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Abstände und Abtrennungen richtig planen

Abstände und Abtrennungen richtig planen

Die aktuellen Abstands- und Hygieneanforderungen erlauben vielerorts noch nicht die Anwesenheit aller Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Wie können Bürogebäude so konzipiert werden, dass sich eine größere Anzahl von Mitarbeitern zeitgleich im Büro aufhalten kann?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erleichtert mit detaillierten Vorgaben für den Coronaschutz am Arbeitsplatz jetzt die Planung und Umsetzung erforderlicher Schutzmaßnahmen und der medizinischen Prävention. Unter anderem enthält die kürzlich veröffentlichte „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“ konkrete Vorgaben für Abtrennungen zwischen zwei Arbeitsplätzen oder zwischen Arbeitsplätzen und Kunden. Diese sind anzubringen, wenn kein ausreichender Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten werden kann. Zudem werden in dem neuen Dokument weitere Punkte konkretisiert, die aus den bisher verfügbaren Empfehlungen nicht eindeutig hervorgingen. Grundsätzlich gilt, dass technische Maßnahmen wie den Abstand zu vergrößern und Stellwände aufzubauen immer Vorrang vor organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen haben.

Die jetzt geltende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ist zeitlich befristet auf die gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellte epidemische Lage und kann jederzeit auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse angepasst werden.

Konkrete Empfehlungen

Für die Gestaltung von Büroarbeitsplätzen gibt der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) anhand der jetzt vorliegenden Fassung folgende Empfehlungen:

  • Mitarbeiter sollen einen Abstand von mindestens 1,50 Meter zueinander halten. Kann dies nicht sichergestellt werden, sind als technische Maßnahme Abtrennungen zu installieren. Hier eignen sich besonders transparente Materialien, da diese den Sichtkontakt zwischen den Arbeitsplätzen erhalten und das Tageslicht nicht abschirmen.
  • Bei gegenüber aufgestellten Schreibtischen mit der in Deutschland vorgegebenen Mindesttiefe von 80 Zentimetern ist der Mindestabstand von 1,50 Meter leider nicht durchgängig einzuhalten. Eine zusätzliche Abschirmung zwischen den Plätzen kann Abhilfe schaffen. Dabei muss sich der obere Rand der Abtrennung für Sitzplätze mindestens 1,50 Meter über dem Boden befinden, bei Steharbeitsplätzen ist eine Höhe von mindestens 2 Metern notwendig. Werden Sitz-Steh-Arbeitstische genutzt, sollten die Abschirmungen so angebracht werden, dass sie sich zusammen mit der Tischfläche nach oben oder unten bewegen.
  • Die gleichen Anforderungen gelten auch für den Abstand zwischen benachbarten Schreibtischen. Der Standardarbeitsplatz hat eine Breite von mindestens 1,60 Meter. Das Arbeitsstättenrecht lässt allerdings Ausnahmen zu, so kann an in Reihe nebeneinander aufgestellten Tischen die Arbeitsplatzbreite auf 1,20 Meter verringert werden. In dem Fall müssen zum Schutz vor SARS CoV-2 die Abstände zwischen den einzelnen Elementen vergrößert oder seitliche Abtrennungen installiert werden.
  • Seitliche Abschirmungen der Arbeitsplätze zu angrenzenden Wegeflächen nicht vergessen werden: Um eine ausreichende Abschirmung auf 2 Meter Höhe zu erreichen, können vorhandene Stellwände mit transparenten Aufsätzen aus Glas oder Kunststoff eingesetzt werden.

Gefahren vermeiden

Alle Trennwände müssen so angebracht werden, dass es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen kann. Damit ist gemeint, dass die Elemente beispielsweise standsicher sind und keine scharfen Kanten aufweisen. Auch muss für eine ausreichende Luftzuführug gesorgt werden. Und die innerbetrieblichen Verkehrswege, die Kontaktreduzierung zum Beispiel durch digitale Kommunikation oder Bildung und Beibehaltung von Arbeitsgruppen, sollten festgelegt werden. Selbstverständlich sind die Handhygiene sowie verkürzte Intervalle zur Reinigung von Flächen, mit denen mehrere Personen in Kontakt kommen, nach wie vor von Bedeutung. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter stets über getroffenen Maßnahmen sowie deren Sinn informieren.

Homeoffice weiterhin wichtig

Auch die Arbeit im Homeoffice hilft weiterhin, die Zahl der gleichzeitig im Betrieb anwesenden Beschäftigten zu reduzieren und die Einhaltung von Abstandsregeln zu unterstützen. Dabei betont das BMAS, dass auch die Arbeitsplätze für mobiles Arbeiten im Homeoffice dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) unterliegen. Auch sie müssen somit im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung erfasst werden. Ferner benötigen Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten, in der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung und der richtigen Nutzung der Arbeitsmittel eine Unterweisung, wie beispielsweise die korrekte Bildschirmposition.

Der IBA empfiehlt, bei der Umsetzung aller Corona-spezifischen Arbeitsschutzstandards eine langfristige Ausrichtung im Blick zu haben, da diese Schutzmaßnahmen das Arbeitsleben wohl noch viele weitere Monate beeinflussen werden. Kompetente Beratung bekommen Unternehmen durch Einrichtungsexperten wie beispielsweise Quality-Office-Fachberater.


Foto: Sedus