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Lohngefälle in IT-Branche

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Lohngefälle in IT-Branche

Eine Studie untersucht das geschlechtsspezifische Lohngefälle innerhalb der IT-Branche von OECD- und EU-Ländern und macht deutlich, wo die Jobmöglichkeiten für Frauen am attraktivsten sind. So haben Frauen in Portugal, den USA und Lettland in IT-Berufen die besten Chancen: Hier beträgt das geschlechtsspezifische Lohngefälle innerhalb der IT-Branche sechs bis sieben Prozent weniger als das allgemeine durchschnittliche Lohngefälle. Anders sieht es in Deutschland aus …

Angesichts der andauernden öffentlichen Debatte über die Gleichberechtigung der Geschlechter hat Honeypot den Index „Frauen in der IT-Branche 2018” veröffentlicht. Die Studie umfasst 41 Länder der OECD sowie der EU und enthält vergleichbare Daten über die IT-Branche und das Lohngefälle.

Die Ergebnisse machen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen und in der IT-Branche deutlich. Neben anderen Faktoren werden in der Studie der Anteil erwerbstätiger Frauen, das geschlechtsspezifische Lohngefälle und die Jobmöglichkeiten für Frauen in der IT-Branche analysiert. Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse möchte Honeypot die Länder hervorheben, in denen die Chancen innerhalb des IT-Sektors für Frauen am besten sind, und so die gesamte Branche darin bestärken, weitere Schritte in Richtung Gleichberechtigung zu unternehmen.

„Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der IT-Branche beträgt in Deutschland 25 Prozent. Dies stellt den schlechtesten Wert in Westeuropa dar und ist doppelt so hoch wie in Belgien und Frankreich, wo die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen 11,8 Prozent beträgt. Dies deutet darauf hin, dass der IT-Sektor in Deutschland in Sachen Gleichberechtigung hinter anderen westlichen Ländern zurückliegt”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. Zwar unternimmt die deutsche Regierung bereits Schritte, die sich positiv auf die Gleichberechtigung in der Wirtschaft auswirken sollen (wie das Lohntransparenzgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist), jedoch bleibt abzuwarten, ob dieses tatsächlich Wirkung zeigt oder lediglich zu mehr Bürokratie führt.

„Das Weltwirtschaftsforum berichtete 2017, dass es noch 170 Jahre bis zur wirtschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter dauern würde, die globale Wirtschaft jedoch bis 2025 um 28 Billionen Dollar wachsen würde, wenn erwerbstätige Frauen gleich behandelt würden”, sagt Tracey. „Es sollte zudem bedacht werden, dass sich die IT-Branche in der Zukunft zur wichtigsten wirtschaftlichen Plattform entwickeln wird und es daher unumgänglich ist, etwas gegen die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu unternehmen. Wir hoffen, dass dieser Index einen Teil dazu beiträgt, die Augen der Führungskräfte dieser Branche zu öffnen und sie zu positiven Änderungen zu bewegen, von denen nicht nur die Gleichberechtigung, sondern die gesamte Weltwirtschaft profitiert.”  

Übrigens: Frauen werden laut den Untersuchungen von Honeypot im Durchschnitt nur für 31 Prozent der Führungspositionen eingesetzt. „Keines der gelisteten Länder kann eine 50/50 gleichmäßige Aufteilung zwischen männlichen und weiblichen Managern aufzeigen”, kommentiert die Mitbegründerin von Honeypot. „Es ist unglaublich wichtig, den Aspekt der Geschlechterungleichheit zu berücksichtigen, wenn man das Thema Lohngefälle diskutiert. Denn solange Männer weiterhin für die Mehrheit der Führungspositionen eingesetzt werden, werden Frauen es nie schaffen, diese Kluft zu schließen. Dies könnte teilweise auf durch Mutterschaft bedingte Nachteile zurückzuführen sein, da Frauen nach der Schwangerschaft im Rahmen von Beförderungen oft übersehen werden oder zu niedriger qualifizierten Positionen zurückkehren. In Zukunft könnten die Regierungen sich am Beispiel von Ländern wie Schweden orientieren, deren fortschrittliches Mutterschafts- und Vaterschaftsgesetz sowie subventionierte Kinderbetreuung das geschlechtliche Gleichgewicht am Arbeitsplatz gestärkt hat.“

 

 

 

 

 

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