Aktuelle Ausgabe

TEST Mystery Shopping Toner 2-3/2016

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Lass die Zahlen sprechen!

Preise für Verbrauchsmaterialien sind ein kontrovers diskutiertes Thema: Besonders günstige Toneralternativen aus dem Online-Handel liefern nach Meinung der Original-Anbieter oftmals nicht die höchstmögliche Druckqualität. Doch inzwischen nehmen viele Anwender Qualitätseinbußen gerne in Kauf, weil sie so, wie hier im folgenden Beispiel mit Druck- und Kopiersystemen von Hewlett-Packard, eine große Menge an Geld sparen können.

Vor ein paar Wochen wurde die Redaktion von einem FACTS-Leser angesprochen, der für den Einkauf von Verbrauchsmaterialien in einer großen Steuer- und Rechtsanwaltskanzlei zuständig ist. Er berichtete den Redakteuren davon, dass er für sein Multifunktionssystem aus dem Hause Hewlett-Packard schon seit einigen Jahren den „Billigtoner“ eines Online-Anbieters nutzt.
Qualitätsunterschiede oder gar Störungen im Gerät hatte er noch nicht feststellen können. Das Druckvolumen in der Kanzlei beträgt rund 10.000 Seiten pro Monat, die von drei MFPs des Typs HP Laserjet Pro Serie 200 gedruckt werden.
Große Unterschiede gab es allerdings bei den Preisen der Tonerkartuschen, die unser FACTS-Leser in einer Tabelle verdeutlicht hat. Die Redaktion hat diese Tabelle mit einem Mystery-Shopping überprüft und zudem auch die Preise weiterer Toner-Absatzkanäle eingetragen. Interessant: HP unterbietet mit seinem Online-Angebot die eigenen Händler und macht auf seiner Online-Seite mit durchgestrichenen Originalpreisen Angebote, wie man sie eher beim „billigen Jakob“ kennt. Aber der Schein trügt, denn wirklich günstig sind diese Angebote nicht.

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EINFACH HOCHGERECHNET

Um zu verdeutlichen, wie hoch die Kosten nach einem Druckeinsatz von 36 Monaten sind, hat die Redaktion sie hochgerechnet. Das Ergebnis war auch für die Redakteure äußerst erstaunlich, denn insgesamt könnte ein Unternehmen mit „Billigtoner“ im Vergleich zum Originalpreis von Hewlett-Packard einen Betrag von mehr als 50.000 Euro einsparen.
An dieser Stelle sei aber darauf hingewiesen, dass FACTS selbst, im Gegensatz zum FACTS-Leser, der sich ja sehr zufrieden zeigte, augenblicklich noch keinerlei Aussagen zur Qualität des Alternativtoners machen möchte. Die Redaktion ist allerdings derzeit dabei, die erhältlichen Tonerversionen des HP-Laserjet Pro-MFPs auf Qualität und Quantität zu prüfen. Dieser Test wird sicherlich auch zeigen, ob bei der längeren Verwendung von Fremdtoner Schäden an den Systemen entstehen könnten. Wir bleiben am Ball.

 

FACTS-Tipp

Tei der Entscheidung für einen Laserdrucker oder ein Multifunktionssystem sollte man sich, egal ob man Originaltoner oder Alternativtoner verwenden möchte, für ein Modell entscheiden, das mit einem Kartusche-in-Kassette-System arbeitet. Das bedeutet, dass sich die Kartuschen für den Toner und die Bildtrommel getrennt voneinander austauschen lassen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern ist auch viel umweltfreundlicher.

 

INFO

Toner ist das Verbrauchsmaterial für Laserdrucker und Multifunktionssysteme und setzt sich aus verschiedenen Materialien zusammen, zu denen neben den eigentlichen Farbpigmenten auch Harzpartikel und Metalloxide mit magnetischen Fähigkeiten sowie Hilfsstoffe wie Siliciumdioxid gehören. Genau wie Tinte für Inkjet-Drucker muss die Beschaffenheit des Toners genau auf die Fähigkeiten des Druckwerks abgestimmt sein. Ob das bei „Billigtonern“ aus dem Online-Handel auch immer der Fall ist, ist aufgrund der unglaublich großen Menge an Anbietern in diesem Bereich nicht in jedem Fall überprüfbar. Es gibt im Bereich der Alternativ-Toneranbieter aber durchaus Unternehmen, die seriös sind und gute Produkte anbieten.