Aktuelle Ausgabe

TEST Mystery Shopping Monitore 4/2016

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Damit Sie im Bilde sind!

Die meisten Büros sind mit effizienten Rechnern, modernen Tastaturen und Mäusen sowie komfortablen und ergonomischen Drehstühlen ausgestattet. Ist der Arbeitsplatz jedoch mit einem mangelhaften Bildschirm bestückt, leidet die Leistung der Arbeitenden darunter. Ein guter Bildschirm mit der richtigen Größe, Auflösung und den nötigen Ergonomieeigenschaften gehört deshalb zum Gesamtkonzept eines gesundheitsfördernden Arbeitsplatzes und führt letzten Endes auch zu besseren Arbeitsergebnissen.

Wenn die betagte Bildschirmflotte in einem Unternehmen ausgedient hat, ist es an der Zeit, sich Gedanken über die Anschaffung von neuen modernen Business-Monitoren zu machen. Doch bevor man sich auf den Weg zu dem Fachhändler seines Vertrauens macht, sollte überlegt werden, welche Features die Geräte besitzen sollten.
Da die Bildschirmausstattung auch im FACTS-Verlag zu wünschen übrig ließ, war dies ein willkommener Anlass, um eine große Ausschreibung im Rahmen eines Mystery-Shoppings an die Fachhändler namenhafter Hersteller durchzuführen. Zuerst galt es für die Redakteure, sich Gedanken darüber zu machen, worauf es bei der Entscheidung für neue Anzeigegeräte ankommt.

Bild Titel

Zuallererst mussten die Eckdaten der neuen Monitore abgesteckt werden: Für professionelle IT-Einkäufer sollten in erster Linie die Größe, die Auflösung und die Gesamtkosten definiert und auf die Ansprüche der Mitarbeiter abgestimmt werden. Dabei sind auch die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Abteilungen zu beachten, denn ein Grafiker hat andere Ansprüche an seinen Bildschirm als ein Redakteur.Ein weiterer Entscheidungsfaktor, der oft nicht so klar auf der Hand liegt, ist die Display-Technologie. Diese ist maßgeblich für die Qualität des angezeigten Bildes verantwortlich.


Panel-Technologien

Die wichtigsten und weitverbreitetsten Panel-Technologien in Flüssigkristall-Bildschirmen sind die „Twisted-Nematic“(TN)- und die „In-Plane Switching“(IPS)-Technologien.
Erstere basiert auf stäbchenförmigen Flüssigkristallen, die waagerecht zur Bildebene ausgerichtet sind und dadurch das Licht der Hintergrundbeleuchtung durchlassen. Wird eine Spannung an die einzelnen Pixel angelegt, ändert sich ihre Ausrichtung in die Senkrechte, wodurch verhindert wird, dass das Licht der Hintergrundbeleuchtung durchscheint. Ein dadurch entstehender Nachteil ist der geringe Betrachtungswinkel: Je schräger der Betrachter auf den Bildschirm schaut, desto schwächer werden der Kontrast und die Farben. Deswegen wird häufig ein Verzögerungsfilm auf die TN-Schicht aufgetragen, der den Blickwinkel etwas verbessert. Vorteile dieser Technologie sind eine außerordentlich schnelle Reaktionszeit sowie eine kostengünstige Herstellung.


Bildschirme mit der IPS-Technologie haben den Nachteil eines niedrigen Blickwinkels nicht – das Bild bleibt selbst bei sehr schrägen Betrachtungswinkeln farbtreu. Generell sind die Farbtreue und der Kontrast höher als bei TN-Bildschirmen – also optimal für den Einsatz bei Fotografen und Grafikern. Der hohe Betrachtungswinkel liegt der Art, wie die Pixel geschaltet werden zu Grunde. Diese werden nämlich in einer Ebene geschaltet (In-Plane Switching). Das bedeutet, die Flüssigkristalle bleiben stets waagerecht zur Bildebene und ändern nur ihre Orientierung, ähnlich wie bei einer Uhr. Der Nachteil bei dieser Bildschirm-Technologie sind die hohen Herstellungskosten. Verwirrend: Samsung bezeichnet seine Bildschirme mit IPS-Technologie als PLS (Plane-to-Line Switching)-Bildschirme. Diese sollen eine technische Weiterentwicklung darstellen, basieren aber letztendlich auf ein und derselben Technologie.Weitere Eigenschaften, die zwar die Bildqualität nicht direkt beeinflussen, aber dennoch Beachtung finden sollten, sind die Multimedia-Anschlüsse. Auch sollte eruiert werden, ob eine Audiowiedergabe über integrierte Lautsprecher möglich sein soll.Bei den Anschlüssen ist es zum einen wichtig, dass alle gängigen Standards der Bildschirmanschlüsse berücksichtigt werden. Das heißt: Unabhängig von dem Rechner der Nutzer, sollte sich dieser jederzeit unkompliziert an jeden Bildschirm anschließen lassen. Ein besonderer Pluspunkt ist es, wenn der Hersteller alle zu den Anschlüssen passenden Kabel mitliefert.


Praktisch: Gerade wenn der Rechner des Nutzers mit wenigen oder schwer zu erreichenden USB-Schnittstellen ausgestattet ist, ist es vorteilhaft, wenn der Bildschirm über vielzählige Schnittstellen als USB-HUB fungieren kann. Um die Bezeichnung „Business-Monitor“ zu verdienen, sollte ein Bildschirm auch diverse Ergonomieeigenschaften mitbringen. Dazu gehört unter anderem eine Pivot-Funktion, die es ermöglicht, den Bildschirm um 90 Grad zu drehen, um so zum Beispiel lange Textdokumente auf einen Blick lesen zu können. Weitere Ergonomieeigenschaften sind eine Dreh-, Neige- und Höhenverstellbarkeit. Hier gilt: Je mehr, umso besser.

 

Anforderungen festgelegt

Im Rahmen dieses Mystery-Shoppings trat die FACTS-Redaktion an verschiedene Fachhändler namenhafter Hersteller heran, um zu ermitteln, wer kompetent genug ist, grob abgesteckte Rahmenbedingungen in attraktive Angebote umzuwandeln. Für das FACTS-Mystery-Shopping legte sich die Redaktion deshalb auf 21- bis 22-ZollBusiness-Monitore fest. Diese sollten mit VESA-Schnittstellen ausgestattet sein, um an den Arbeitsplätzen, die mit Monitorarmen aus dem Hause Dataflex ausgestattet sind, einen einfachen Austausch der Anzeigegeräte zu ermöglichen und die ergonomischen Halterungen weiterhin zu nutzen. Genauso hält man sich auf diese Weise die Möglichkeit offen, Monitorhalterungen jederzeit nachträglich zu installieren, ohne dass man sich Gedanken darüber machen muss, ob diese kompatibel zu den Bildschirmen sind. Darüber hinaus sollten die Bildschirme als „Business-Monitore“ vom Hersteller klassifiziert und dementsprechend mit den oben genannten ergonomischen Eigenschaften versehen sein. Die Bildschirmtechnologie ließ die Redaktion bei dieser Ausschreibung erst einmal außen vor – die Fachhändler sollten ja schließlich auch ihr „Fachwissen“ beweisen können.
Es stellte sich heraus: Fast alle Händler antworteten zügig und hatten größtenteils vielversprechende Angebote (Siehe Tabelle). Doch wie zu erwarten, waren auch bei diesem Mystery-Shopping schwarze Schafe dabei – von einigen Händlern, die gar nicht antworteten, bis zu Fachhändlern, die uns einen kompletten PC im Bildschirmformat verkaufen wollten. Wurde hier die Ausschreibung einfach nicht gelesen oder wurde sogar versucht, dem unwissenden Einkäufer ein möglichst teures Produkt „anzudrehen“?


Besonders gut gefallen hat der FACTS-Redaktion, dass manche Fachhändler direkt mehrere Angebote erstellt haben. Was jedoch schade war: Nur ein Fachhändler meldete sich telefonisch und erfragte, welche Panel-Technologie wir bevorzugen. Am Ende gab es viele interessante Angebote, die die von FACTS festgelegten Spezifikationen zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis erfüllten.

Christoph SchwantesTabellenverweisBild