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TEST Francotyp-Postalia FPI 700 1/2020

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Einlegen, starten – fertig sind die Briefe

Zusammenlegen, falzen, in den Umschlag stecken, und das viele, viele Male: Kuvertieren nimmt viel Zeit in Anspruch. Mit maschineller Unterstützung hingegen erledigt es sich fast von allein. „Einstieg in mehr Schnelligkeit“ – der Slogan, unter dem Francotyp-Postalia die neue Kuvertiermaschine FPi 700 bewirbt – bringt es auf den Punkt. FACTS wollte im Test herausfinden, ob sie auch zuverlässig arbeitet. 

Wohl kaum eine Poststelle kommt bei ihrer Arbeit ohne technische Hilfsmittel aus, ebenso Unternehmen, die trotz hohem Postaufkommen ihre Mitarbeiter nicht unnötig lange von ihren Kernaufgaben abhalten wollen. Die wichtigsten und populärsten dieser Helfer sind Kuvertier- und Frankiermaschinen. Ihre Zwecke sind klar, doch ihre Technik wird ständig weiterentwickelt und ihre Funktionen nehmen zu. Insbesondere in puncto Zuverlässigkeit und Nutzerfreundlichkeit erzielen die Hersteller Fortschritte, denn sie wissen, dass ihre Kunden es schätzen, wenn sie nicht jeden Mitarbeiter zum Fachmann ausbilden müssen, sondern im Zweifelsfall jeder damit zurechtkommt.

Noch zuverlässiger und noch benutzerfreundlicher als ihre Vorgänger soll daher die neue Kuvertiermaschine FPi 700 sein, die FACTS einem Test unterzog. Francotyp-Postalia empfiehlt sie für ein Monatsvolumen bis maximal 3.000 Briefe. Eine sichtbare Neuerung ist ein größeres Touchdisplay mit leicht verständlichem Menü, alle Funktionen lassen sich darüber aufrufen. Hier können auch für die Anwender typische Jobs abgespeichert werden, damit man nicht immer aufs Neue die Dokumenten- und Umschlaggröße, die Falzart sowie die gewünschten Zuführungen einzeln einstellen muss. Selbst ungeübte Testredakteure kamen damit sofort zurecht. Sie nahmen vor der Stapelverarbeitung einen Probelauf vor, um die Adresspositionierung zu kontrollieren. War sie nicht wie gewünscht, ließ sich das über das Display korrigieren und der Stapellauf konnte beginnen: Die FPi 700 schafft 23 DIN-lang-Standardbriefe mit einem Blatt pro Minute. Um das Tempo unterbrechungsfrei zu halten, können die Zuführstationen im laufenden Betrieb abwechselnd befüllt werden. Auch das funktionierte einwandfrei.

 

Display
VERSTÄNDLICH UND ÜBERSICHTLICH: Über das große Touchdisplay kann jeder Bediener Jobs aufrufen und Einstellungen vornehmen.

Verriegelung
GUTER HALT: Weil die Zuführungen ent- und wieder verriegelt werden, können die Dokumente nicht verrutschen.

Nicht alle Kuvertierungen lassen sich vollkommen automatisiert im Stapel durchführen. Mitunter erhalten die Empfänger unterschiedlich viele Seiten, darüber hinaus können zum Beispiel einem Angebot die AGB zugefügt werden oder einer Rechnung ein geeigneter Produktflyer, der ein Folgegeschäft einleiten soll, auch Rückumschläge sind möglich. Für solche individuellen Sendungen gibt es die Tagespostfunktion, bei der die Zuführungen mit den Dokumenten von Einzelsendungen „gefüttert“ werden, die die Maschine eine nach der anderen kuvertiert. Auch diese halbmanuelle Verarbeitung spart viel Zeit und das Ergebnis erwies sich im Test als ordentlich. Das einzige – tatsächlich winzige – Manko an der Maschine ist der kleine Tank. Damit der Wasservorrat reicht, um die gesamte Tagespost zu verschließen, braucht er jeden Morgen eine neue Füllung, denn was übrigbleibt, war im FACTS-Test über Nacht verdunstet.

ZUGÄNGLICH UND ZUVERLÄSSIG

Zuverlässigkeit ist bei einer Kuvertiermaschine noch wichtiger als beim Drucker, denn eine Fehlkuvertierung kann nicht einfach wiederholt werden. Wenn ein Schreiben zerknittert, muss es beim Sachbearbeiter neu angefordert werden. Das erfordert viel Zeit und führt zu allseitigem Unmut. Um dieses Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, sind die Zuführungen der FPi 700 mit einem Riegel versehen: So hat das Papier sicheren Halt und wird gerade eingezogen. Bei Mehrfach-Einzügen, die vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit immer wieder vorkommen können, stoppt die Maschine zuverlässig sofort. Die FACTS-Redakteure konnten daraufhin das doppelt eingezogene Papier entnehmen, bevor die Walzen blockierten oder – schlimmer noch – Dokumente für unterschiedliche Empfänger in denselben Umschlag gelangten. Durch den geraden Papierlauf blieben die Dokumente unbeschadet und konnten neu zugeführt werden. Das Papier lässt sich entweder von oben oder unten aus der Maschine entnehmen: Das Öffnen auf Knopfdruck ist einfacher als bei der Motorhaube eines Autos.

Anja Knies

  

FAZIT

Die FPi 700 ist so zuverlässig und nutzerfreundlich wie versprochen. Die Bedienung über das große Touchdisplay erwies sich im Test als sehr komfortabel. Bei der Verarbeitung von vielseitigen Papieren zu fertig verschlossenen Briefen kam es kaum zu Störungen – und diese waren schnell und ohne Expertenwissen behoben. Die Kuvertierung der Ausgangspost bindet mit der FPi 700 selbst bei großen Mengen keine besonderen Arbeitskapazitäten mehr. Durch ihre kompakten Abmessungen findet sie überall einen Platz.

 

Produkt: FPi 700
Beschreibung: Kuvertiermaschine 
Anbieter: Francotyp-Postalia 
Preis: ab 3.950 Euro (UVP, exkl. MwSt.) 
Kontakt: www.francotyp.de 

 

Beurteilung

Sehrgut FACTS 01 2020

Produktivität: 6/6
Laufsicherheit: 6/6
Bedienung: 6/6
Preis/Leistung: 5/6

Gesamtergebnis: sehr gut

 

 

 

 


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