Aktuelle Ausgabe

PRAXIS Theater-Bestuhlung 7-8/ 2017

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Die Brücke: Theater am Originalschauplatz

Vor allem durch den gleichnamigen Hollywoodfilm von 1969 ging die Brücke von Remagen in das Allgemeinwissen ein. Viel eindrücklicher noch ist das Theaterstück, das auf der rechtsrheinischen Seite der Brücke im Tunnel von Erpel aufgeführt wird, dort, wo deutsche Soldaten und Zivilisten 1945 Schutz vor den Bombenangriffen gesucht hatten.

 

Bombengrollen, Einschlagsexplosionen – unheimlich und angsterregend geht es zu im ehemaligen Eisenbahntunnel von Erpel. Wie gut, dass hier nur ein geschichtsträchtiges Theaterstück der Landesbühne Rheinland-Pfalz am historischen Ort aufgeführt wird. Es handelt von der Ludendorff-Brücke über den Rhein, die Remagen und Erpel miteinander verband. Im März 1945, kurz vor Kriegsende, wollten die Deutschen durch ihre Sprengung das Vorrücken der amerikanischen Soldaten verhindern. Dass sie das nicht geschafft haben, trug zu einem schnelleren Kriegsende bei. Denn die alliierten Befreiungstruppen konnten zum ersten Mal den Rhein überqueren und dadurch zügig weiter ins Land vordringen. In Erpel, auf der rechtsrheinischen Seite der Eisenbahnbrücke, spielten sich unterdessen dramatische Szenen ab, denn hier hatten sich Bewohner in den Tunnel geflüchtet, der sich an die Brückenpfeiler anschließt – vor dem Bombenhagel, der zuletzt von der deutschen Luftwaffe selbst verursacht war, die die Brücke zerstören wollte. Weltberühmtheit hat die „Brücke von Remagen“ durch den US-amerikanischen Spielfilm von 1969 erlangt. In der Region ist das Theaterstück „Die Brücke“ ebenso erfolgreich: Seit der Uraufführung im Jahr 2006 sind viele Vorstellungen ausgebucht, so war es auch in der Saison 2017 vom 9. bis 30. Juni. Die nächste Staffel 2018 ist schon in Planung.

Für die kulturelle Nutzung des Tunnels und die erhaltenen Brückentürme der Ludendorff-Brücke davor setzt sich seit mehr als zehn Jahren der Verein „ad Erpelle“ Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V. ein. Für dieses Engagement ist er mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Der Verein organisiert im Tunnel Veranstaltungen wie das Theaterstück und hält auch den historischen Ort instand, sodass der Schauplatz aussieht wie damals und für kulturelle Zwecke genutzt werden kann.

NEU BESTUHLTES THEATER

In dieser Saison hatten es die Zuschauer in der dramatischen Tunnelatmosphäre deutlich besser als zuvor, denn die Bestuhlung für sie ist erneuert worden. 80 Stühle von Mauser Sitzkultur sind hier aufgestellt worden – vom Typ m215, die sich in mattem Silbergrau hervorragend in die historische Umgebung einfügen. Überhaupt hat Mauser, anders als die Wettbewerber, auf Anhieb alle Anforderungen erfüllt, die ad Erpelle gestellt hatte. Die Mehrzweckstühle sind schlank im Design und unterstützt durch einen Quersteg trotzdem so stabil, wie es die Nutzung durch unterschiedlichste Personen erfordert. Sie sind mit Bügel und Öse reihbar und nach der Saison können sie leicht gestapelt und weggeräumt werden: Durch den hohen Glasfaseranteil ist ihr Gewicht ausgesprochen niedrig. Wichtig ist in der unterirdischen Umgebung natürlich, dass sie der Feuchtigkeit widerstehen. Die einteilige glatte Kunststoffsitzschale ist sehr pflegeleicht. Der Verein ad Erpelle hat den Tunnel mit der Investition in die neue Bestuhlung aufgewertet, ohne dass der Originalschauplatz optisch etwas eingebüßt hat. Anders als die Menschen im Jahr 1945 können die Zuschauer heutzutage die Ereignisse bequem sitzend erleben. 

Anja Knies

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FARBENFREUDE: Den elegant-schlichten Mehrzweckstuhl m215 gibt es nicht nur im tunnelgerechten Silbergrau, sondern auch in Schwarz, Weiß, Rot oder Grün.

 

  

 

 

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