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OFFICE Spracherkennung 4/2017

Kategorie: Aktuelle Ausgabe
OFFICE Spracherkennung 4/2017

Sprechen: die natürlichste Form der Kommunikation

Tippen war gestern. In Verbindung mit Spracherkennung wird Diktiertechnik jetzt für jeden interessant, meint Christoph Trautmann, Geschäftsführer der Uher Informatik GmbH. Die ganz neue Möglichkeit, ohne besondere Kenntnisse eine Sprachaufnahme in ein professionell erstelltes Textdokument zu verwandeln und es sich während des Sprechens am Bildschirm anzeigen zu lassen, macht die Technologie massenfähig.

Mir wurde die Sprachverarbeitung schon in die Wiege gelegt“, antwortet Christoph Trautmann auf die Frage, wie man zum Spracherkennungsexperten wird. Sein Vater war früher Geschäftsführer bei der 1946 gegründeten Firma Uher in Braunschweig und ist heute der Inhaber. „Natürlich hat er immer schon die Diktierthematik mit nach Hause gebracht, und so war ich von Anfang an mit dem Thema in Kontakt.“ Heute ist Christoph Trautmann einer der Geschäftsführer des Unternehmens, das noch bis in dieses Jahrtausend hinein selbst als ein wichtiger Player Diktiergeräte hergestellt und europaweit vertrieben hat. Seit 2006 konzentriert man sich auf die Distribution von Diktiertechnologie anderer Hersteller. Zum einen betreut Uher Händler, mit deren Bedürfnissen und Anforderungen das Unternehmen seit jeher vertraut ist. Zum anderen schließt der Distributor selbst Rahmenverträge mit Großkunden ab – dazu gehören Bundesländer, Bundesministerien und Kliniken. „Seitdem die Diktiertechnik digital wurde, finde ich sie ungeheuer spannend“, erzählt Trautmann weiter. „2007 ging es digital richtig los, es gab eine regelrechte Renaissance der Diktiertechnik und jetzt ist der Knoten endgültig geplatzt. Die Menschen erleben, dass ein Auto, ein Handy und sogar ein Fernseher oder eine Kaffeemaschine auf menschliche Ansprache reagieren, und sie fragen: Warum geht das nicht auch an meinem Arbeitsplatz?“

GOLDGRÄBERSTIMMUNG

Uher hat die Entwicklung von Anfang an mitgetragen und bei den relevanten Herstellern von Sprachtechnologie die höchsten Zertifikate erlangt, auch bei Nuance, dem Hersteller der Spracherkennungssoftware Dragon, die in der Diktiertechnik am weitesten verbreitet ist. Der Distributor betreut seine 300 Fachhändler intensiv, bietet ihnen Schulungen nach einem selbst entwickelten Konzept an und begleitet sie zu Kundenterminen, um vor Ort Präsentationen durchzuführen. Er weiß, dass das Jetzt zählt: Jetzt herrsche Goldgräberstimmung, jetzt müsse man durch die Lande ziehen und erklären, warum Diktieren so komfortabel und deshalb unumgänglich sei – jetzt oder nie.

FLÄCHENDEDCKEND

„In drei bis fünf Jahren wird die digitale Diktiertechnik an Arbeitsplätzen nahezu flächendeckend verbreitet sein“, ist sich Trautmann sicher. „Auch dort gab es zuerst Vorbehalte. Wenn man jedoch einmal gemerkt hat, wie viele Vorteile es hat, wenn Dokumente einfach und wirtschaftlich erstellt werden können, geht kein Weg daran vorbei. Dokumentieren muss schließlich jeder!“ Diesen Optimismus bezieht er insbesondere aus der Neuentwicklung, die Philips vor kurzem vorgestellt hat: In die neue Version 10 seiner Diktiersoftware SpeechExec Pro ist Dragon voll integriert. „Noch bei der letzten Version musste man eine gewisse EDV-Affinität mitbringen“, erklärt Trautmann. „Es war keine Zauberei nötig, aber ganz leicht war es nicht, Workflow- und Spracherkennungssoftware zu synchronisieren. Jetzt legt man einfach die CD ein und kann sofort loslegen. Man kriegt nicht mehr mit, dass es sich um zwei Produkte handelt.“ Durch die Einbindung der App SpeechLive, die schon seit der letzten Version möglich ist, kann man überall diktieren und die Aufnahmen sicher verschlüsselt über die Philips-Cloud unmittelbar weiterverarbeiten. Der Sprachverarbeitungs-Experte ist begeistert: „Philips hat damit ganz klar ein Alleinstellungsmerkmal. Diese tiefe Integration in Verbindung mit leichter Bedienung ist ein echtes Highlight.“ Damit sei der Grundstein dafür gelegt, dass jeder Mensch in die Sprachverarbeitung einsteigen kann, meint Trautmann. Jede Nachricht, die per E-Mail oder WhatsApp verschickt wird, kann gesprochen werden. Trautmann sieht für fast alle Berufe einen großen Mehrwert. Zum Beispiel Altenpfleger, die große Dokumentationsauflagen haben, erhalten dadurch eine gewaltige Arbeitserleichterung. „Wer einmal damit gearbeitet hat, möchte es nicht mehr missen.“ Der Unterschied zu früher liegt ja auf der Hand, denn mit der Spracherkennung kann man sich den Text schon beim Diktieren auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Hin und her spulen und den Überblick über den „verschwundenen“ Text zu verlieren, wie das früher der Fall war, ist passé. „90 Prozent aller Menschen werden bald Spracherkennung nutzen“, ist sich Christoph Trautmann sicher. „Nach dem Laufen lernen Kinder sprechen. Das Sprechen ist die natürlichste Form der Kommunikation. Und eigentlich sind wir alle Spracherkennungsprofis, nur wissen es viele noch nicht.“

Anja Knies

 

 
 
 

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