Aktuelle Ausgabe

Test Kodak Alaris Scan Station 710/730EX 7-8/2015

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Der Netzwerker

Die Marktzahlen von 2014 belegen, dass das Wachstum des Segments von professionellen Netzwerkscannern bei nahezu 100 Prozent liegt. Systeme wie beispielsweise die neue Kodak Scan Station 710 und Scan Station 730EX sind dafür ausgelegt, möglichst schnell und zu niedrigen Kosten Papierdokumente in den digitalen Workflow des Unternehmens zu bringen. FACTS hatte die neuen Scanner von Kodak Alaris im Test.

Ein großes Thema in der Bürokommunikation sind nach wie vor professionelle Lösungen, mit denen sich „analoge“ Unterlagen sehr schnell in die digitale Welt einbinden lassen. Nach der Kodak Scan Station 500 und der Scan Station 700 hat das Unternehmen mit den neusten Produkten Scan Station 710 und 730EX noch mal einen draufgelegt.

Die Einsatzgebiete für die neuen Scanner sieht der Hersteller Kodak Alaris in großen Unternehmen, Handelsketten, Banken und Versicherungen, aber auch in Steuer- und Anwaltskanzleien, die noch sehr viel mit Papierdokumenten arbeiten.

Der Unterschied zwischen den beiden Modellen: Die Variante Kodak Scan Station 730EX bietet im Gegensatz zur Scan Station 710 ein integriertes Fax-Modem und die Möglich- keit für Systemintegratoren und unabhängige Softwareanbieter, maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Kunden- oder Branchenanforderungen zu erstellen.

Die Installation der neuen Scan Station-Modelle zeigte sich im Test als sehr einfach. Einer der Gründe dafür ist der Software-Wizard, der dem Anwender bei der Inbetriebnahme und der Installation hilft. Beide Systeme lassen sich ebenfalls wie ihre Vorgänger zentral administrieren und arbeiten, wie auch der FACTS-Test zeigte, noch um einiges produktiver. Zum einen liegt das an der höheren Geschwindigkeit der Systeme, die dank der Weiterentwicklung des Motherboards auf bis zu 70 Blatt pro Minute gesteigert werden konnte, und zum anderen an der Verwendung eines neuen, sehr viel schnelleren Prozessors. Rechenintensive Prozesse, wie beispielsweise die Erstellung von durchsuch-baren PDFs, laufen im Hintergrund, während der Anwender am System in gewohnter Geschwindigkeit weiterscannen kann. Das vom Hersteller empfohlene Tagesvolumen liegt bei 6.000 Blatt. Aufgrund der Testergebnisse hält die Redaktion diese Angabe durchaus für realistisch.

SCANNEN PER TOUCH

Weitere Besonderheiten: Sie lassen sich ohne einen zusätzlichen PC direkt in das Unternehmensnetzwerk integrieren und sind aufgrund des hochauflösenden 9,7 Zoll großen LCD-Touchdisplays einfach und intuitiv zu bedienen. Der Anwender kann so auf einfache Art und Weise und in einer sehr guten Qualität die verschiedensten Dokumente per „Touch“ einscannen und an vordefinierte Ziele, wie beispielsweise freigegebene Ordner im Netzwerk, Drucker, USB-Sticks, E-Mail-Programme, Secure-FTP, Cloud-Ziele oder Microsoft-SharePoint-Server, senden. Der Clou: Allen Scans lässt sich direkt am System ein Voice-Attachment zufügen. Damit kann der Anwender erläuternde Sprachnachrichten zusammen mit den Scans verschicken, ohne sie mühsam eintippen zu müssen.

In Sachen Produktivität zeigten sich die neuen Kodak-Scanner von ihrer besten Seite: Die vom Hersteller angegebene Scangeschwindigkeit von bis zu 70 Blatt in der Minute wird auch im Duplexmodus erreicht, sodass der Anwender bis maximal 140 „Bilder“ in der Minute scannen kann. Die Geschwindigkeit verändert sich beim Scannen mit höheren Auflösungen kaum.

Die Scan Station 710 und 730EX sind mit einem Vorlageneinzug für 75 Blatt (bei 80-Gramm-Papier) ausgestattet. Eine Ultraschall-Mehrfacheinzugserkennung sorgt dabei für den Schutz vor doppelt eingezogenen Vorlagen. Im Test gab es keinerlei Probleme mit dem Einzug: Alle dicken, dünnen, kleinen, schweren und leichten Testvorlagen ließen sich einwandfrei scannen. Selbst runde Testvorlagen und Banner bereiteten dem Scanner kaum Schwierigkeiten.

Ausgesprochen gut ist die Scanqualität: Im Test wurden die unterschiedlichsten Vorlagen gescannt. Dabei handelte es sich unter anderem um Listen mit handschriftlichen Notizen, sehr dunkle und äußerst helle Textelemente und Schriften von nur einem Punkt Größe. Mit keiner der Aufgaben hatten die Scansysteme Probleme. Ermöglicht wird das aber nicht nur durch eine nahezu perfekte Hardware, sondern auch durch die im Lieferumfang enthaltene Perfect-Page-Bildverarbeitungs-Technologie, die bei jeder Vorlage für ein optimales Scanergebnis sorgt. Selbst „zerknüddelte“ oder etwas schief eingezogene Vorlagen ließen sich so ohne Fehler scannen.

Im Lieferumfang enthalten sind eine PDF-Verschlüsselung mit privatem Schlüssel und die sichere Anmeldung über LDAP (Lightweight Directory Access Protocol). Darüber hinaus lassen sich die Scan Station 710 und 730EX aus der Ferne konfigurieren, warten und steuern. Optional bietet Kodak Alaris für gebundene Vorlagen wie Bücher, Magazine oder Zeitungen Flachbetteinheiten für das Format DIN A4 oder DIN A3 an. Ebenso sind eine externe Tastatur und ein Geräteständer erhältlich.
Klaus Leifeld

FAZIT:

Wieder einmal gab es für Produkte aus der Scan Station-Reihe von Kodak Alaris ein „sehr gut“. Der Grund: Obwohl ältere Scan Station-Modelle technisch schon ausgereift waren, sind die Leistungen der aktuellen Scanner mit den neuen Marktanforderungen gestiegen. Der FACTS-Test bestätigte, dass die Geschwindigkeit und somit die Produktivität der Systeme gegenüber den Vorgängermodellen um nahezu 40 Prozent erhöht werden konnten.

Produkt: Scan Station 710/ Scan Station 730EX
Beschreibung: Netzwerkscanner
Anbieter: Kodak Alaris
Preis: 2.295 Euro exkl. MwSt./Scan Station 710, 2.495 Euro exkl. MwSt./Scan Station 730EX
Kontakt: www.kodakalaris.com/go/di

Beurteilung

Installation: 5/6
Ausstattung: 6/6
Bedienung: 6/6
Laufsicherheit: 6/6
Produktivität: 6/6
Qualität der Scans: 6/6
Preis: 5/6
Gesamtergebnis: sehr gut

Sehrgut FACTS 0708 2015

 
Foto: iStockphoto LP