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ARENA Diktiermikrofone 9/2015

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Am Anfang war das Wort

Im Bereich der Spracherkennung hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Gerade in Verbindung mit professionellen Diktiermikrofonen, wie sie beispielsweise Philips, Nuance oder Grundig anbieten, steht das gesprochene Wort in Windeseile und nahezu vollständig korrekt auf dem Bildschirm. FACTS hat die Profi-Mikrofone in die Arena gestellt.

Schreibkräfte, die sich ausschließlich mit weltmeisterlichem Tippen auf der Tastatur profilieren und die digitale Technik nicht nutzen, werden es in Zukunft wohl eher schwer haben, denn die digitale Spracherkennung mit Programmen wie beispielsweise Dragon NaturallySpeaking funktioniert inzwischen nahezu perfekt und macht das Diktat direkt in Textverarbeitungsprogrammen wie Word kinderleicht.
Um diese Technik professionell nutzen zu können, reicht das eingebaute PC- oder Laptop-Mikrofon oder auch das der Dragon-Software beiliegende Headset allerdings nicht aus. Es wird ein Profi-Mikrofon mit speziellen Diktierfunktionen benötigt: Die Redaktion testete die stationären Diktiergeräte der Profiklasse der Hersteller Grundig, Nuance und Philips. Diese Geräte unterscheiden sich von herkömmlichen Diktiergeräten insofern, dass sie keinen eigenen Speicher besitzen und per USB mit dem Rechner des Nutzers verbunden sind. Der Anwender nimmt die Diktate direkt am PC oder Laptop auf und diktiert unmittelbar in die Spracherkennungssoftware.

OBERFLÄCHLICHE UNTERSCHIEDE

In der FACTS-Arena standen sich das PowerMic II von Nuance, das SpeechMike Premium von Philips und das Grundig SonicMic 3 gegenüber. Schon hinsichtlich der Verwendung des Materials unterscheiden sich die Geräte grundlegend. Während die Diktiergeräte von Grundig und Nuance mit einem herkömmlichen Synthetikgehäuse ausgestattet sind, bietet Philips schon hier ein klein wenig mehr, denn die Oberfläche ist poliert. Das hat zur Folge, dass, wie auch der  Vergleichstest zeigte, Griffgeräusche, die die Aufnahme stören könnten, eliminiert werden. Darüber hinaus empfanden die Redakteure die polierte Oberfläche beim Testen als sehr angenehm, da sie der Schweißbildung in der Hand bei längerer Nutzung entgegenwirkt. Durch einen Perl-Metallic-Zusatz ist die Oberfläche unempfindlich gegen Fingerabdrücke und das Gerät wirkt zudem sehr hochwertig. Eine weitere Besonderheit: Das Gehäuse des SpeechMike ist antibakteriell. Mit dieser Eigenschaft eignet es sich optimal für den Einsatz im Gesundheitswesen.
Da sich die drei Geräte aus dem Profisegment an „Viel-Diktierer“ richten, ist natürlich auch eine erstklassige Ergonomie gefragt, damit die Mikrofone auch noch nach stundenlanger Nutzung gut in der Hand liegen. Im Vergleich stellte sich heraus, dass es auch hier deutliche Unterschiede gibt. Das Philips SpeechMike Premium stellte auch hier die Konkurrenz in den Schatten, denn seine Form passte sich der natürlichen Handhaltung am besten an. Alle Tasten waren unproblematisch mit dem Daumen oder Zeigefinger zu erreichen. Das SonicMic 3 von Grundig liegt zwar ebenfalls recht gut in der Hand, aber eben nicht ganz so gut wie das SpeechMike, das aufgrund von seiner idealen Gewichtsverteilung am besten gefallen hat. Am schlechtesten schnitt das PowerMic II von Nuance ab, das mit zu weit hinten angeordneten Tasten und einer ungewöhnlichen Passform nach Meinung der Redaktion nicht besonders angenehm zu halten ist.
Eine gute Tastenanordnung ist übrigens nicht nur ergonomisch von Vorteil, sondern sie sollte auch durch eine logische Anordnung und fühlbar unterschiedliche Tasten eine Blindbedienung ermöglichen. Die Geräte von Philips und Grundig lassen sich ähnlich gut bedienen. Das liegt hauptsächlich am zum Verwechseln ähnlichen Tastenfeld. Das Bedienelement des Philips SpeechMike kam in der Redaktion jedoch besser an. Der Grund sind ein besseres Feedback auf Tastendrücke und ein höheres Wertigkeitsgefühl. Die Tasten des Nuance PowerMic erinnerten optisch und vom Gefühl her eher an eine alte TV-Fernbedienung – von einem Profi-Diktiergerät sollte man mehr erwarten.
Alle Testgeräte sind mit einer Maussteuerung und zwei dazugehörigen Maustasten ausgestattet, um einen Wechsel zwischen Diktiergerät und Maus weitestgehend unnötig zu machen. Das SonicMic 3 ist mit einem klickbaren Touchpad ausgestattet, mit dem eine präzise Steuerung der Maus möglich ist. Aufgrund der geringen Größe des Touch-Bereichs sind jedoch größere Mausbewegungen umständlich.
Ähnlich präzise ist der klickbare Metall-Trackingball des SpeechMike Premium, mit dem aber auch größere Mausbewegen ohne Umstände möglich sind. Gar nicht gefallen hat der Redaktion der Steuerstick des Nuance PowerMic, bei dem die Maussteuerung äußerst schwergängig ist, zudem äußerst schlecht verarbeitet war und in unseren Testdurchgängen mehrmals abgefallen ist (siehe Fotos). Der Trackingball des SpeechMike zur Maussteuerung ist daher auch in diesem Bereich der Favorit der Redaktion, da er sich ohne Einschränkungen als vollständiger Mausersatz anwenden lässt.

TREIBERINSTALLATION

Bevor die Redakteure die Treiber der Diktiergeräte installiert hatten, wollten sie zuerst einmal die „Plug&Play“-Fähigkeit überprüfen – also die Möglichkeiten der Nutzung direkt nach dem Einstecken in den USB-Port ohne jegliche Treiberinstallation. Das ist besonders interessant für Anwender, die häufig den Arbeitsplatz wechseln oder ihren Rechner nicht mit überflüssiger Software belasten wollen. Das SpeechMike von Philips war das einzige Gerät, das sich ohne Einschränkungen nutzen ließ, denn mit der aktuellen Firmware ist ein sogenannter „Keyboard-Modus“ möglich, der Tastendrücke auf der Tastatur simuliert und sich über eine Tastenkombination auf dem SpeechMike aktivieren lässt. Die gängigsten Hotkeys von Dragon sind hier schon vorprogrammiert. Bei Grundig und Nuance waren ohne Treiber leider nur die Maussteuerungen, die Mikrofon-Funktionen und die Lautsprecher nutzbar. Alle weiteren Tasten blieben funktionsunfähig.
Für den Produktvergleich der Diktierfunktion in Verbindung mit Dragon NaturallySpeaking installierten die Redakteure die entsprechenden Treiber der Geräte. Das Nuance PowerMic II wurde jedoch ohne Treiber ausgeliefert und erwies sich letztendlich lediglich als mit der „Medical Edition“ von NaturallySpeaking kompatibel. Schade, da es auch ohne Hinweise hierauf separat verkauft wird. Für den Test musste FACTS also die Hotkeys der Dragon-Software über die PC-Tastatur nutzen.
Während des Diktats mit Dragon arbeiteten alle drei Testkandidaten bei normalen Diktatbedingungen einwandfrei. Sobald allerdings Hintergrundgeräusche dazukamen, trennte sich die Spreu vom Weizen. Hier kommt es dann auf die Qualität der Mikrofone an.

LÄRMTEST

Im Test beschallten die Redakteure einen Raum mit Baustellenlärm vom Band in verschiedenen Lautstärken und aus verschiedenen Richtungen. Um festzustellen, wie Dragon mit dem Audioinput der verschiedenen Geräte zurechtkommt, wurde mehrmals der gleiche Textausschnitt diktiert. Bei einer geringen Lautstärke gab es bei allen Mikrofonen kaum Störungen. Und auch bei mittlerer Lautstärke haben sich fast alle Mikrofone wacker geschlagen – allerdings gab es beim Nuance-Gerät leichte Beeinträchtigungen. Bei komplett hochgeregelter Lautstärke kam es bei allen Diktiergeräten zu einer Beeinträchtigung des Diktats. Bei Philips und Grundig hielt sich diese noch in Grenzen und ließ eine Fortführung des Diktats mit höherer Fehlerquote zu. Beim Nuance PowerMic II waren die Beeinträchtigungen jedoch so stark, dass ein weiteres Diktieren kaum möglich war. Der Grund dafür könnte das Mikrofon sein, das nur mit einer simplen Schaumstoffabdeckung geschützt ist. Bei Grundig befindet sich das Mikrofon schon etwas aufwendiger hinter einem Plastikgitter mit verbautem Popschutz. Philips ist hier den anderen Testkandidaten weit überlegen, denn hinter einem hochwertigen Metallgitter mit hexagonalen Öffnungen verbirgt sich ein frei schwebendes Mikrofon, das sich an die Technik von Studiomikrofonen anlehnt und dank seiner Beschaffenheit Hintergrund-, Griff- und Atemgeräusche unterdrückt. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn ganz klassisch ohne Spracherkennung diktiert wird.
Alle getesteten Diktiergeräte verfügen über einen Lautsprecher, damit sich die Diktate auch ohne Hilfe des PC-Lautsprechers anhören lassen: Hier ließen sich keine großen Unterschiede feststellen. Zum Musikhören war allerdings keines der Geräte geeignet, doch für den eigentlichen Zweck – die Sprachausgabe – erzielten alle Geräte gute Ergebnisse.

FAZIT

Mit allen drei Geräten lassen sich kurze Texte und Korrespondenzen problemlos diktieren. Das ist unter anderem der ausgefeilten Technik von NaturallySpeaking 13 zu verdanken. Wird aber eine Diktierlösung für den Dauergebrauch gesucht, sollte der Anwender sehr viel Wert auf Faktoren wie Ergonomie und Bedienqualität legen. Im Test lag das SpeechMike hier weit vor seiner Konkurrenz. Das Digta SonicMic von Grundig liegt im Mittelfeld, aber in fast allen wesentlichen Punkten direkt hinter dem Mitbewerber Philips. Das Nuance PowerMic II bringt nach Meinung der Redaktion ungenügende Leistungen in fast allen Belangen und wäre für den Einsatz bei FACTS allein wegen der umständlichen Anbindung an die Spracherkennungssoftware nicht geeignet. Insgesamt ist das SpeechMike von Philips die klare Empfehlung der Redaktion.

Christoph Schwantes / Klaus Leifeld

 

Bewertung:

ArenaGut 9 2015Grundig
Digta SonicMic 3

Ergonomie: 5/6
Verarbeitung: 5/6
Installation: 6/6
Qualität der Aufnahme: 5/6
Qualität der Wiedergabe: 5/6
Verwendung mit Hintergrundgeräuschen: 6/6
Funktionalität: 5/6
Gesamtergebnis: gut

 

ArenaNichtAusreichend 9 2015Nuance
PowerMic II

Ergonomie: 2/6
Verarbeitung: 1/6
Installation: 0/6
Qualität der Aufnahme: 4/6
Qualität der Wiedergabe: 5/6
Verwendung mit Hintergrundgeräuschen: 4/6
Funktionalität: 3/6
Gesamtergebnis: nicht ausreichend


ArenaSehrgut 9 2015Philips
SpeechMike Premium

Ergonomie: 6/6
Verarbeitung: 6/6
Installation: 6/6
Qualität der Aufnahme: 6/6
Qualität der Wiedergabe: 5/6
Verwendung mit Hintergrundgeräuschen: 6/6
Funktionalität: 6/6
Gesamtergebnis: sehr gut

 

 
Foto: iStockphoto LP

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