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EXTREMTEST Laserdrucker 9/2017

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Vier im Extremeinsatz

Auch für die testerfahrene FACTS-Redaktion ist der derzeit laufende Druckertest eine Besonderheit: Durch eine Anfrage der Kyocera Deutschland GmbH nach einem neutralen Test hatten sich die Redakteure entschlossen, eine Untersuchung durchzuführen, die unter anderem herausfinden soll, wie sich Farbdrucker verhalten, wenn sie in wenigen Monaten 100.000 Seiten drucken.

Der Drucker- und MFP-Spezialist Kyocera feiert in diesem Jahr den 25. Geburtstag seiner ECOSYS-Technologie. Laut dem Hersteller kommen in Kyocera-Druckern und Multifunktionssystemen nur besonders langlebige Komponenten zum Einsatz, die nicht nur ausdauernder, sondern auch ressourcenschonender sind als bei Modellen anderer Hersteller. Um dies jedoch unter Büroalltagsbedingungen zu prüfen, fragte Kyocera bei FACTS an, ob es möglich sei, dies auf neutrale Weise zu verifizieren. Damit einverstanden, ließ FACTS einen Farblaserdrucker von Kyocera gegen drei vergleichbare Drucker antreten. Das Ziel: Jeder Printer soll 100.000 DIN-A4-Seiten drucken. Der Redaktion ist bewusst, dass die Drucker hier an ihre Belastungsgrenze gehen werden. Allerdings geben manche Hersteller auch gern in Sachen „Empfehlung des monatlichen Einsatzvolumens“ beschönigte Zahlen an, die nur sehr schwer nachvollziehbar sind. Gerade bei der Angabe „maximaler Druck in Spitzenzeiten“ wird oftmals maßlos übertrieben. Also warum nicht einmal überprüfen, was so ein Printer wirklich aushält? Selbstverständlich soll in diesem Test nichts Unmögliches geschen, daher druckt die Redaktion die 100.000 Seiten selbstverständlich nicht in einem Stück aus, sondern gönnt den Printern auch genügend Pausenzeiten. Dieser Test soll zudem zeigen, was in der – zugegeben durch den Extremdruck sehr verkürzten – Lebenszeit der 200-Euro-Printer so alles passieren kann – sei es etwa in Bezug auf die Reichweite der Toner-Erstbefüllung, auf das Verhalten bei besonders aufwendigen Druckjobs oder auf die Beschaffung neuer Verbrauchsmaterialen.

Am Schluss des Tests werden die Redakteure nicht nur einen Kostenvergleich durchführen, sondern auch ermitteln, wie viel Verpackung das anfallende Verbrauchsmaterial für die jeweiligen Drucker benötigt. Es sollte zudem spannend werden, zu sehen, wie hoch die Verbrauchsmaterialkosten sind, wenn nicht nach ISO-Norm gedruckt und gerechnet wird, sondern wenn der Tonerverbrauch realer Druckjobs (wie sie nun mal in Büros vorkommen) für diese Berechnung zugrunde gelegt wird.

Natürlich wollte FACTS bei diesem „Mammuttest“ keine unnützen Dinge drucken und sinnlos Papier verschwenden. „Das im Test bedruckte Papier darf auf keinen Fall im Müll landen.“ Das war für FACTS eine undiskutable Voraussetzung. So hat sich die Redaktion über befreundete Unternehmen und durch „Hörensagen“ echte und große Druckaufträge besorgt, mit denen der Test derzeit durchgeführt wird. Da sind beispielsweise Briefbögen für den GW-Verlag, Anmeldeformulare für die Carl-Helbing-Schule in Emmendingen, Plakate für das Annenfest im ostwestfälischen Brakel und vieles mehr dabei. Ganz besonders stolz ist man bei FACTS auf das von Artdirector Thietmar Schorm gestaltete Malbuch „FACTS for Kids“, das ebenfalls im Test gedruckt und kostenlos an verschiedene Kindergärten verteilt wird.

Malen

 

 

 

NICHT FÜR DIE KATZ: Aus einem großen Teil der im Test gedruckten Seiten entsteht „FACTS for Kids“, ein Malbuch, das kostenlos an verschiedene Kindergärten verteilt wird.

 

 

 

SPENDEN FÜR DIE UMWELT

Das Erfreuliche: Nahezu all diese Unternehmen (FACTS eingeschlossen) haben zugesagt, nach Beendigung des Tests zugunsten von Klimaschutzprojekten zu spenden. Beispiele sind die Wiederaufforstung der Wälder von Nicaragua oder Uganda oder die Beschaffung von effizienten Kochern, um die Abholzung in den Regenwäldern von Kenia zu verringern.

Die Testkandidaten, die zur Zeit der Drucklegung ihre Arbeit noch nicht beendet haben, sind neben dem Kyocera ECOSYS P5021cdw der Brother HL-3172CDW, der Ricoh SP C252DN und der Lexmark C317dn. Letzterer musste allerdings nach dem eigentlich problemlosen Druck von nahezu 15.000 Blatt aus dem Rennen genommen werden, da für den gerade neu eingeführten Farbprinter voraussichtlich auf längere Zeit kein Toner erhältlich ist. FACTS ist gespannt, wie dieser Test ausgehen wird. Die Redaktion wird immer wieder über Facebook und die FACTS-Internetseite berichten. Selbstverständlich werden die Ergebnisse des Extremtests auch in den FACTS-Ausgaben regelmäßig thematisiert.

DIE ERSTEN EINDRÜCKE

Den FACTS-Standardproduktivitäts- und Qualitätstest, den die Redakteure direkt nach der Installation durchgeführt haben, bestanden alle vier Testkandidaten problemlos. Die Printer geben in Sachen Geschwindigkeit das her, was der Hersteller in den Prospekten verspricht. Auch die Installation der Drucker bereitete keinerlei Probleme. Sofort aufgefallen sind allerdings die unterschiedlichen Toner-Erstbefüllungen. Bei Brother und Ricoh reichte die im Anschaffungspreis enthaltene Tonermenge (alle Farben) gerade mal für 300 Seiten. Der Lexmark C317dn schrie nach 350 Seiten nach einer neuen Kartusche mit schwarzem Toner. Die Cyan-, Magenta- und Gelbtonerkartusche mussten allerdings erst nach 500 Seiten erneuert werden. Kyocera zeigt sich bei der Erstbefüllung etwas spendabler: Nach 400 Seiten wollte der ECOSYS P5021cdw neuen Schwarztoner, nach 750 Seiten waren die Magenta- und Cyanpatronen fällig. Der gelbe Toner musste erst nach 1.100 Seiten nachgefüllt werden.

Alle Angaben in Bezug auf die Tonerreichweite stimmen nicht mit den Verbrauchsangaben der Hersteller überein – können sie auch nicht, da FACTS nicht nach ISO-Norm, sondern mit praxisnahen Druckjobs testet.

Auffälligkeiten gibt es aber nicht nur bei der Tonererstbefüllung. Während die Redakteure gleich nach Teststart bemerkten, dass die Papierausgabe des Brother-Druckers äußerst unordentlich erfolgt und das ausgedruckte Papier nach ein paar unbeobachteten Momenten auf dem Fußboden landet, liegen die ausgegebenen Drucke bei den anderen Testkandidaten mehr oder weniger ordentlich aufeinander (siehe Foto). Nicht normal sind auch die „Verschnaufpausen“, die der Ricoh SP C252DN auch schon bei kleineren Druckjobs benötigt. Wenn auf dem Display die Meldung „Abkühlung“ erscheint, produziert der 20 Seiten schnelle Drucker gerade mal noch zwölf Seiten in der Minute. Auf Nachfrage der Redaktion bei der Ricoh-Hotline teilte man mit, dass das wohl normal sei, da das Gerät nicht für besonders große Druckjobs geeignet sei. Wie Ricoh im Hinblick darauf dazu kommt, das monatliche Einsatzvolumen mit bis zu 65.000 Seiten (in Spitzenzeiten) anzugeben, ist augenblicklich noch ein Rätsel, das die Redaktion in den nächsten Wochen zu lösen versuchen wird. Für den Lexmark-Drucker war der Test schnell zu Ende. Wie bereits erwähnt, wird der CS317dn zwar offiziell verkauft, der Toner ist allerdings nicht erhältlich. Schade eigentlich, denn bis auf seltsame deutlich hörbare Quietschgeräusche, die das Gerät von sich gab, hat der Printer seine Arbeit zuverlässig erledigt. Beim Kyocera ECOSYS P5021cdw gab es bisher noch keine Auffälligkeiten. Jetzt schon sichtbar und besonders lobenswert ist die – im Gegensatz zu dem von den Mitbewerbern Ricoh und Brother produzierten Abfall – geringe Menge an Müll durch Verbrauchsmaterialien, die bisher aufgelaufen ist.

Klaus Leifeld

 

Muell

 

 

 

 

 

 

 

 

UNGLAUBLICH: Schon beim Druck von rund 50.000 Seiten ist dieser Verpackungsmüll entstanden. Kyocera zeigt, wie man es richtig macht.

  

 

 

 

  

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